Das Beste aus den Möglichkeiten gemacht

31.12.2020 (Lars Minartz). Das Jahr 2020 war für den Kunstturnsport in Lippe aufgrund der Corona-Pandemie ein schwieriges Jahr. Die Ausübung des Trainings- und Wettkampfbetriebes war, verständlicherweise, nicht durchgängig in gewohntem Umfang möglich. Mit einer großen Portion Kreativität und dem Einsatz aller Beteiligten konnte dennoch eine Menge im Jahr 2020 bewegt werden.

Das erste Highlight bestand aus zwei Showauftritten bei der WTB Neujahrsmartinée und der Meisterfeier am Sitz des WTB in Oberwerries. Die Turner des TuS Leopoldshöhe hatten hier die Möglichkeiten ihr turnerisches Können an Boden, Airtrack und Minitrampolin zu zeigen. Die spektakulären Aufführungen können sogar weiterhin auf der Seite des Vereins der Freunde und Förderer des Kunstturnens Leopoldshöhe e.V. (www.leo-cup.de) im Internet angeschaut werden.

Im Februar startete die 2. Mannschaft des TuS Leopoldshöhe als Aufsteiger in die Verbandsligasaison 2020. Die Mannschaft setzt sich aus jungen Turnern zusammen: Bent Sörensen, Daniel Sorin, Lennard Meuter, Luis Beckmann und Dandelion Volkmann. Jonas Marksmann, Nico Knecht und Tobias Winkler gehören zum Team konnten 2020 verletzungsbedingt nicht an die Geräte gehen. Unterstützt wird die junge Truppe von den erfahrenen Turnern Sebastian Ende, Martin Rösler und Matthias Bieberstein. Im ersten Wettkampfvergleich konnten die Sportler aus Leopoldshöhe trotz einer durchwachsenen Saisonvorbereitung mit Verletzungen und Trainingsrückständen einen Sieg gegen den TV Isselhorst 2 erringen. Bereits eine Woche später konnten die Turner ihre Leistungen an den Geräten steigern und unterlagen der KTV Dortmund nur denkbar knapp mit 0,05 Punkten. Dieser Ausgang motivierte die Mannschaft umso mehr, so dass sie Ende Februar gegen SG Coesfeld souverän mit vier Punkten Vorsprung als Sieger hervorgehen konnten. Der Vergleich gegen die SG Kamen/Lünen/Hamm ging sogar mit 7 Punkten Vorsprung an die jungen Lipper. Der Tus reihte sich mit diesem Ergebnis auf dem zweiten Tabellenplatz ein.

Parallel zum Verbandsliga-Wettkampf fand Ende Februar ebenfalls der Bezirksrundenwettkampf Bielefeld statt. Aus Lippe nahmen drei Mannschaften teil: In der Altersklasse 2009 und jünger schickte der TuS Leoplshöhe gleich zwei Mannschaften an den Start sowie der TuS Kachtenhausen eine Mannschaft. Die Leopoldhöher Turner errangen die Plätze 1 und 4, die Turner des TuS Kachtenhausen einen starken 3. Platz.

Im März kam es dann an dem „schwarzen Freitag dem 13.03.20“ zu dem unerwarteten Shutdown und alle Veranstaltungen und Wettkämpfe wurden nach und nach abgesagt. Es galt, zunächst erstmal die Lage zu beobachten und die Auswirkungen der Pandemie zu beurteilen. Ende April wurde die Verbandsliga Saison 2020 offiziell abgebrochen – und der TuS Leopoldshöhe offiziell zum Vizemeister erklärt. Bent Sörensen, Daniel Sorin und Nico Knecht nutzten während des Shutdowns das neue Onlineangebot des WTB und absolvierten das erste Modul für den Erwerb der Trainer-C-Lizenz.

Nachdem die ersten Kontaktbeschränkungen Ihre Wirkung zeigten, die Trainingshallen jedoch noch geschlossen waren, musste eine Trainingsmöglichkeit für die Turner gefunden werden. Da das Wetter es ermöglichte, begannen die Turner mit Kraft- und Beweglichkeitsübungen im Freien. Hier half auch die Anschaffung einer Airtrack-Bahn, die ebenfalls auf der grünen Wiese zum Bodenturnen genutzt werden konnte. Damit war es möglich zumindest die Grundfertigkeiten, wie Salti und Radwenden, zu stabilisieren. Einen vollwertigen Ersatz für ein Training an den Geräten konnte dies natürlich nicht bieten.

Im Juni erneuerte der WTB die Anerkennung des TuS Leopoldshöhe als Leistungsstüztpunkt Gerätturnen männlich und half so Stützpunktleiter Nils Nagel Argumente für eine Wiederaufnahme des Hallentrainings zu liefern. Diese Auszeichnung ist vor allem der langen und intensiven Arbeit von Nils Nagel zu verdanken, der in den letzten Jahren akribisch die Neuausrichtung des Vereins vorangetrieben hat. Im Sommer konnte – natürlich unter den geltenden Schutzbedingungen – ein Trainigsbetrieb in der Halle des TuS Leopoldshöhe an den gewohnten Geräten stattfinden. Sogar ein Trainingslager mit 11 Einheiten und 30 Trainingsstunden wurde ermöglicht, um den Rückstand des Shutdowns wieder aufzuholen. Die Turner näherten sich dem konditionellen Niveau des März und begannen die Vorbereitung der Oberligasaison mit dem Meistertitel und einer Teilnahme an der Relegation zur 3. Bundesliga als Ziele 2020.

Im August besuchte eine Delegation von Politikern unter anderem mit dem ehemaligen Weltmeister und Olympioniken und jetzigen MdB Eberhard Ginger den LLZ Leopoldshöhe. Unter Einhaltung eines erweiterten Hygienekonzeptes wurde den Gästen ein breites Showprogramm präsentiert. Besonders beeindruckt waren die jungen Turner, als es sich Eberhard Ginger nicht nehmen ließ, sein Können am Reck unter Beweis zu stellen. Wie eh und jeh stellten Riesenfelgen und Schraubensalto für ihn keine Schwierigkeiten dar.

Nach einer längeren Diskussion um die Austragung der WTB Oberliga kamen alle Beteiligten zu dem Ergebnis, dass eine Saison mit großen Trainingsrückständen als zu unsicher und gefährlich gesehen und abgesagt wurde. Für die Turner der 1. Mannschaft des TuS Leopoldshöhe entfiel somit die Möglichkeit, die ehrgeizigen Ziele 2020 anzugehen. Eine interessante Möglichkeit bot daraufhin die Kooperation mit dem TV Isselhorst: Philip Hein, Bennet Begemann, Yannic Marksmann, Lennart Singer, und Justin Sonntag starteten gemeinsam mit der Truppe um Matthias Mismahl in der 3.Bundesliga der DTL. Im Oktober fanden zumindest zwei Wettkämpfe der Serie statt wenn auch leider ohne Publikum. Sehr erfreulich war hierbei die Leistung von Justin Sonntag, welcher im Jahr 2019 eine schwere Verletzung im Halswirbelbreich erlitten hatte und sich dann unermüdlich zu seiner alten Form zurückgekämpft hat. An den zwei Wettkampftagen erturnte er so ganze 16 Scorepunkt für die Mannschaft und war im zweiten Wettkampf sogar Top-Scorer!

Anfang November musste dann der komplette Trainings- und Wettkampfbetrieb erneut bis zum Ende des Jahres eingestellt werden. In Anbetracht der gegebenen Rahmenbedingungen zeigte das Turnjahr 2020 in Summe dennoch viele positive Ereignisse. Vor allem das Engagment von Nils Nagel, immer wieder nach Lösungen für die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen zu suchen, zeigt seine tolle Vorbildrolle als Trainer und Mensch. An diesem Leitbild orientieren sich die jungen Turner nicht nur während ihrer sportlichen Laufbahn, sondern ein Leben lang. Dies zeigt, wie wichtig das soziale Miteinander ist – und warum die aktuelle Situation es so schwierig macht.

Nun muss nach Lösungen gesucht werden wie das Gerätturnen unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes stattfinden kann. Die Beteiligten diskutieren hierzu eine Reihe von technischen, strategischen und organisatorischen Maßnahmen, um dem Turnsport in Leopoldshöhe gemeinsam eine Perspektive zu schaffen.

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