17.11.2012Leopoldshöhe(tol). Am letzten Wettkampftag der westfälischen Kunstturn-Oberliga konnten die Leos ihre Erfolgsserie fortsetzen und somit den zweiten Titel im zweiten Jahr holen. Nach einem kräftezehrenden Doppelwettkampf gegen Mettingen und Wannheimerort gingen die Leos als doppelter Sieger aus der Halle.
Nach dem Trauma der letzten Woche in Isselhorst ging es am Samstag im wahrsten Sinne des Wortes um Alles. Die Mannschaft von Teamcaptain Jens Sieveke war nicht wiederzuerkennen. Yannic Marksmann eröffnete den Wettkampf für die Leopoldshöher mit einer herausragenden Bodenübung. Nach einem bärenstarken Durchgang am Boden folgten einige kleine Unsicherheiten am traditionellen Angstgerät der Leopoldshöher, dem Seitpferd. Diese konnten den Vorsprung jedoch nur geringfügig schmälern. Obwohl die Lipper die absolute Führung nach Punkten zu keinem Zeitpunkt des Doppelwettkampfes aus der Hand gaben, war es einer der spannendsten Wettkämpfe der jüngeren Vereinsgeschichte, da es in erster Linie in einem Fernduell mit dem TV Kierspe um die Meisterschaft ging. An den Ringen legten die Leos noch einige Kraftelemente drauf, verloren jedoch das Gerät an die Mettinger. Zur Halbzeit lagen die Leos nur hauchdünn mit 0,1 Punkten in Führung. e Jan-Felix Irrgang stellte fest: „ Das gesamte Niveau der Übungen hat sich in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Die Mannschaften turnen alle auf Augenhöhe. Fehler werden gnadenlos bestraft. Wenn wir hier heute als Sieger aus der Halle gehen wollen, müssen wir jetzt nochmal einen Gang zulegen!“ Diese Ansage setzten die Leos am Sprung eindrucksvoll um und gewannen das Gerät souverän. Vor allem Routinier Jens Sieveke, der wieder an allen Geräten an den Start ging, trug zum sehr guten Geräteergebnis bei. Nur die Gäste aus Mettingen konnten dem Schritttempo der Leos noch folgen und blieben mit 1,45 Punkten auf den Fersen. Wannheimerort musste beiden Mannschaften ziehen lassen und fiel vor den letzten beiden Geräten weiter zurück.
Damit wurde aus dem Dreikampf vor dem Barren ein Zweikampf zwischen dem TuS Leopoldshöhe und der KTS Mettingen. Ein kurzer Blick auf die Tabelle und die Geräteergebnisse der bisherigen Saison machte allerdings schnell deutlich, dass auch Wannheimerort noch entscheidend in die Meisterschaft eingreifen kann. Lars Minartz machte allen klar: „Wir haben die Zwischenergebnisse aus dem Fernduell in Kierspe. Hier konnte der TV Kierspe mit nur zwei verlorenen Geräten das Duell für sich entscheiden! Kierspe ist demnach zum jetzigen Zeitpunkt Meister und nur wenn wir noch alle übrigen Geräte gewinnen, können wir wieder an Kierspe in der Tabellen vorbeiziehen. Die Meisterschaft wird wie beim Fussball die Tordifferenz in der Gerätedifferenz entschieden. Wannheimerort hat in den letzten Wettkämpfen am Barren enorm stark geturnt, also ist jetzt volle Konzentration gefordert. Alle Teile müssen sitzen!“ Die Spannung in der Halle war zum zerreißen. Wannheimerort bestätigte seine Leistungen aus dem letzten Wettkämpfen und turnte stark! „Jetzt dürfen wir uns hier aber nicht die Butter vom Brot nehmen lassen!“ stieß Sebastian Ende aus und ging als letzter Turnen ans Gerät, Leo lag zwar gegen Mettingen vorne, drohte aber gegen Wannheimerort die Meisterschaft durch ein verlorenes Gerät an Kierspe abzugeben. Die Situation ist sehr komplex, die Lösung ist einfach, sauber durchturnen. Ende turnt, turnt sauber, die Halle ist still, die Übung läuft gut, jetzt nur nicht stürzen, Abgang, kleiner Wackler, wird das reichen? Das Kampfgericht rechnet, Sebastian Ende bekommt 11,6 Punkte, das reicht! Leo gewinnt das Gerät hauchdünn mit 0,1 Punkten und bleibt auf Titelkurs. Am Reck ist der TuS Leopoldshöhe stark zu stark für Mettingen und auch Wannheimer Ort. Hier turnt Lars Minartz Saisonbestleistung, nachdem im Training nochmal an den Übungen gefeilt wurde. Der Griff nach der Meisterschaft ist nahe. Keiner kann die Wertungen der Leos mehr toppen. Die Mannschaft feiert unter tosendem Beifall der Zuschaue seine zweite Meisterschaft in Folge.
Turnvater Friedhelm Wilhelm Nagel summierte am Ende des Wettkampfes zufrieden und auch ein bisschen stolz: „Mit dieser Mannschaft verfügen wir über das Potenzial auch in der 3.Bundesliga erfolgreich zu turnen! Das Turnen im Lipperland hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Aus einer der kleinsten Gemeinden in der Turnrepublik greifen zwei Mannschaften nach einem Aufstieg in die 1. und 3. Bundesliga. Das wäre ein neuer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des TuS Leopoldshöhe!“